Arsenal
Die schwarzen Flecken auf meiner persönlichen wien-karte im Kopf werden stetig weniger.
Vor Kurzem wagte ich einen Ausflug in ein von mir sehr vernachlässigte Gegend - den zehnten Gemeindebezirk. Mein Plan, ziellos durch die Favoritner Straßen zu schlendern, wurde jedoch von der Anziehungskraft des Funkturms der österreichischen Telekom durchkreuzt. Zu majestätisch stand der Koloss aus Beton in der stechenden Spätnachmittagssonne um meinen Blick abzuwenden; zu verführerisch war der Erkundungsdrang des von mir stets ignorierten Arsenal-Geländes.

Und es hat sich gelohnt die Grenze hinüber zum dritten Bezirk zu überschreiten.
Im Dunstkreis der Perfektionierung von wiener 'Grind', dem Südbahnhof, und am Ende des durchaus spazierenswerten Schweizer Garten steht der mächtige backsteinerne Gebäudekomplex mit seiner militärischen Vergangenheit und Gegenwart. Die militärischen Belange der Anlage, heute noch vertreten durch eine Kaserne und das Heeresgeschichtliche Museum, waren für mich zwar von geringer Bedeutung, drängten sich aber auf. Das eigentlich faszinierende am Arsenal ist nämlich die Koexistenz diverser Einrichtungen - eine nahezu biotopische Artenvielfalt an Institutionen sozusagen.
Betritt man das Gelände durch das martialische Haupttor steht man schon nach wenigen Metern im großen Hof und somit vor dem (meist durch Werbetafeln in diversen Ubahnhöfen) bekannten Heeresgeschichtlichen Museum. Begrüßt von etwa hundert ausgestellten alten Kriegskanonen und einem alten Militärwagen wandte ich mich nach links um diesen Kriegsschauplatz so schnell als möglich hinter mir zu lassen. Dabei entdeckte ich, gut versteckt hinter einer alten Birke und provisorisch umstellt von Baugittern, noch ein Militärgerät - einen ausgedienten Draken. Viel diskutiert, kommentiert und oft abgebildet steht diese Luftwaffe nun verdreckt und vergessen in dieser unscheinbaren Ecke und wartet auf Gaffer wie mich.



Hat man danach die Probebühnen des Burgtheaters hinter sich gelassen nimmt die Fußgängerdichte rapide ab und einsame Beschaulichkeit stellt sich ein. Liebevoll ungepflegtes Gebüsch säumt den Wegesrand bis zu einem kleinen traurigen Brunnen der nach Wasser lechzt.

Hinter dem überraschend ruhigem Hochsicherheitsgelände der Telekom Austria finden sich dann Plattenbauten aus den fünfziger Jahren, die militärisch korrekt als Objekte bezeichnet werden - Und dazwischen! - eine wunderschön restaurierte Kirche im Schatten des phallischen Funkturms.



Die Wohnmöglichkeiten im Arsenal erschöpfen sich aber nicht in den grauen langweiligen Plattenbauten sondern sind auch in WUK'schen Backsteingebäuden zu finden...


...mit übergroßen Eingängen,...

...bewaldeten Innenhöfen...

...und Blick auf das benachbarte Kasernengelände samt eingemottetem Kriegsgerät.

Die hereinbrechende Dunkelheit verhinderte leider die komplette Erkundung des Geländes. Vielleicht irgendwann mehr... hier natürlich.

Vor Kurzem wagte ich einen Ausflug in ein von mir sehr vernachlässigte Gegend - den zehnten Gemeindebezirk. Mein Plan, ziellos durch die Favoritner Straßen zu schlendern, wurde jedoch von der Anziehungskraft des Funkturms der österreichischen Telekom durchkreuzt. Zu majestätisch stand der Koloss aus Beton in der stechenden Spätnachmittagssonne um meinen Blick abzuwenden; zu verführerisch war der Erkundungsdrang des von mir stets ignorierten Arsenal-Geländes.

Und es hat sich gelohnt die Grenze hinüber zum dritten Bezirk zu überschreiten.
Im Dunstkreis der Perfektionierung von wiener 'Grind', dem Südbahnhof, und am Ende des durchaus spazierenswerten Schweizer Garten steht der mächtige backsteinerne Gebäudekomplex mit seiner militärischen Vergangenheit und Gegenwart. Die militärischen Belange der Anlage, heute noch vertreten durch eine Kaserne und das Heeresgeschichtliche Museum, waren für mich zwar von geringer Bedeutung, drängten sich aber auf. Das eigentlich faszinierende am Arsenal ist nämlich die Koexistenz diverser Einrichtungen - eine nahezu biotopische Artenvielfalt an Institutionen sozusagen.
Betritt man das Gelände durch das martialische Haupttor steht man schon nach wenigen Metern im großen Hof und somit vor dem (meist durch Werbetafeln in diversen Ubahnhöfen) bekannten Heeresgeschichtlichen Museum. Begrüßt von etwa hundert ausgestellten alten Kriegskanonen und einem alten Militärwagen wandte ich mich nach links um diesen Kriegsschauplatz so schnell als möglich hinter mir zu lassen. Dabei entdeckte ich, gut versteckt hinter einer alten Birke und provisorisch umstellt von Baugittern, noch ein Militärgerät - einen ausgedienten Draken. Viel diskutiert, kommentiert und oft abgebildet steht diese Luftwaffe nun verdreckt und vergessen in dieser unscheinbaren Ecke und wartet auf Gaffer wie mich.



Hat man danach die Probebühnen des Burgtheaters hinter sich gelassen nimmt die Fußgängerdichte rapide ab und einsame Beschaulichkeit stellt sich ein. Liebevoll ungepflegtes Gebüsch säumt den Wegesrand bis zu einem kleinen traurigen Brunnen der nach Wasser lechzt.

Hinter dem überraschend ruhigem Hochsicherheitsgelände der Telekom Austria finden sich dann Plattenbauten aus den fünfziger Jahren, die militärisch korrekt als Objekte bezeichnet werden - Und dazwischen! - eine wunderschön restaurierte Kirche im Schatten des phallischen Funkturms.



Die Wohnmöglichkeiten im Arsenal erschöpfen sich aber nicht in den grauen langweiligen Plattenbauten sondern sind auch in WUK'schen Backsteingebäuden zu finden...


...mit übergroßen Eingängen,...

...bewaldeten Innenhöfen...

...und Blick auf das benachbarte Kasernengelände samt eingemottetem Kriegsgerät.

Die hereinbrechende Dunkelheit verhinderte leider die komplette Erkundung des Geländes. Vielleicht irgendwann mehr... hier natürlich.

Kaltschreis - 19. Aug, 00:27